Präventiophobie? Mit diesem erfundenen Begriff  will die Felix Burda Stiftung augenzwinkernd auf Vorbehalte aufmerksam machen, die tödlich sein können. Anzeigen, Radio- und TV-Spots versuchen zu verdeutlichen, dass die Verdrängung der Darmkrebsvorsorge ziemlich skurril ist. Das Prinzip von Prävention bzw. Vorsorge wird wohl vielfach nicht verstanden. Als häufigste Gründe für die Nicht-Teilnahme an der Darmspiegelung werden genannt „Weil ich keine Probleme mit dem Darm habe“ und „Weil ich es persönlich nicht für notwendig halte“. Auch die Angst vor der Untersuchung und dem Ergebnis spielen eine Rolle.

Darmkrebsmonat März 2020

Deshalb steht der Darmkrebsmonat März 2020 unter dem Motto „Präventiophobie – Wenn die Angst vor der Darmkrebsvorsorge größer ist als die Angst vor dem Krebs“. Bereits zum 19. Mal wird mit dieser konzertierten Aktion der Felix Burda Stiftung, der Stiftung LebensBlicke und dem Netzwerk gegen Darmkrebs e.V. die Aufmerksamkeit medienwirksam auf die Vorsorge von Darmkrebs gelenkt.

Die Diagnose Darmkrebs wird im Laufe des Lebens bei einem von 17 Männern und einer von 20 Frauen gestellt. Und so sterben jedes Jahr rund 24.300 Menschen an dieser Krebsart, die sich durch rechtzeitige Vorsorge verhindern lässt. Dass Prävention möglich ist, zeigen die positiven Entwicklungen der zurückliegenden Jahre.

Darmkrebsvorsorge wirkt

Seit Einführung der Vorsorge-Darmspiegelung als Kassenleistung im Jahr 2002 haben  bereits rund 7,4 Millionen Menschen an der Vorsorgekoloskopie teilgenommen. Dadurch konnten bis heute circa 139.000 Todesfälle und 290.000 Neuerkrankungen verhindert werden. Die jährlichen Neuerkrankungen und Sterbefälle an Darmkrebs sinken –  in den letzten 10 Jahren um 20 Prozent.

Überwinden Sie Ihre Präventiophobie

Obwohl die Zahlen belegen, dass das gesetzliche Angebot zur Darmkrebsvorsorge wirkt, wird dieses bisher von zu wenigen Versicherten in Anspruch genommen: Nur rund 1,8 Prozent der anspruchsberechtigten Frauen und Männer nutzen jedes Jahr die Vorsorgekoloskopie. Dennoch gibt es einen positiven Trend: Die Teilnahmerate der Männer, die zu Anfang besonders wenig Interesse an der Untersuchung hatten, hat zur Teilnahmerate der Frauen aufgeschlossen. Ein Effekt, der bei vielen anderen Maßnahmen der Gesundheitsvorsorge noch auf sich warten lässt.

Das Robert Koch-Institut hat untersucht, was die Menschen trotzdem noch davon abhält, die Darmkrebsvorsorge zu nutzen. Bei den am häufigsten genannten Gründen wird deutlich, dass die Häufigkeit und Gefährlichkeit der Erkrankung sowie die Tatsache, dass sie im Frühstadium gut behandelbar ist, noch nicht ausreichend bekannt sind. Die Erkenntnisse eines Forschungsprojekts der Hochschule Fresenius vom Januar 2020 zeigen, wie es um das Wissen der Bevölkerung über Prävention bestellt ist: So würden 32 Prozent der Befragten über 45 Jahre, die aktuell nicht zur Vorsorge gehen, dies erst beim Auftreten von Symptomen tun. Und nur rund 13 Prozent aller Befragten gaben an, dass sie unter „Prävention bzw. Vorsorge“ Maßnahmen zur Gesundheitserhaltung verstehen.

Das Prinzip von Vorsorge und Prävention wird scheinbar nicht verstanden: Statt als gesunder Mensch Vorsorge zu betreiben, wird der Prävention geradezu phobisch aus dem Weg gegangen. Darauf spielt der Slogan „Präventiophobie“ an: Dass diese Angst vor der Vorsorge fast größer ist, als die Angst vor Darmkrebs, erscheint skurril. Prävention muss eben schon dann betrieben werden, wenn man noch keine Beschwerden hat – Darmkrebsvorsorge statt Präventiophobie.

In Anzeigen, Radio- und TV-Spots und den Sozialen Medien soll vermittelt werden, dass es viele Ängste gibt, diese uns aber nicht von Maßnahmen abhalten dürfen, die über Leben und Tod entscheiden können. Vorsorge ist harmlos. Krebs viel schlimmer! Überwinden Sie Ihre Präventiophobie.

P.S.: Auch wenn es hier um Darmkrebs geht – die mangelnde Kenntnis und die Hemmungen zur Nutzung von Vorsorgemaßnahmen gelten auch für andere Krankheitsbilder. Informieren Sie sich auf den Vorsorgeseiten unserer Homepage!