Entspannung für Herzinfarkt-Patienten: Studie zu HRV-Biofeedback-Training

Im September startet in der kardiologischen Praxis Dr. med. Martin Laser eine Studie für Patienten, die bereits einen akuten Herzinfarkt erlitten haben. Durch das Erlernen und Üben von HRV-Biofeedback soll die Wirksamkeit dieser zeitsparenden Entspannung für Herzinfarkt-Patienten untersucht werden. Damit soll ein Beitrag zur flächendeckenden Umsetzung der kardiologischen Leitlinien geleistet werden, die eine multimodale (d. h. über rein medikamentöse Interventionen hinausgehende) Behandlung  einschließlich Entspannungsverfahren empfehlen.

 

Wie sich Stress auf das Herz auswirkt…

Krankheiten des Herz-Kreislaufsystems sind nach wie vor die häufigste Todesursache in Deutschland und weltweit. Neben den bekanntesten Risikofaktoren, wie Übergewicht, Rauchen oder Bluthochdruck, sind auch psychosoziale Risikofaktoren in den Fokus gerückt. Belastungsfaktoren, wie z. B. chronischer Stress, sind nach den kardiologischen Leitlinien (z. B. der European Society of Cardiology, s. Piepoli et al., 2016) deshalb in der Prävention und Behandlung zu berücksichtigen. So soll betroffenen Patientinnen und Patienten u. a. auch ein Entspannungsverfahren angeboten werden. Leider wird diese Empfehlung noch nicht flächendeckend umgesetzt (Ladwig et al, 2013).

 

…und was man dagegen tun kann: Entspannung & HRV-Biofeedback

Wir möchten deshalb ein Entspannungsverfahren, das sich aus unserer Sicht besonders für den Einsatz bei Herzinfarktpatienten eignet, im Rahmen einer Studie anbieten: Das Biofeedback der Herzratenvariabilität (HRV) ist eine relative neue Methode, die in der Therapie von verschiedensten Erkrankungen hilfreich sein kann, in welchen die HRV erniedrigt ist. So hat es sich  z. B. bei Asthma, Depression oder kardiovaskulären Erkrankungen (Wheat, 2010) bewährt. Besonders für Menschen nach einem Herzinfarkt ist die HRV eine wichtige Zielgröße, da eine erniedrigte HRV nach Myokardinfarkt mit erhöhter Sterblichkeit und höherer Wahrscheinlichkeit für das Auftreten eines weiteren Infarkts einhergeht (Kleiger et al., 1987). Mit einem tragbaren Mess- und Trainingsgerät (Qiu) soll nun in Zusammenarbeit mit der Universität Bamberg, Prof. Dr. A. Schütz, erstmals die Wirksamkeit und Praktikabilität dieses Trainings nach Myokardinfarkt untersucht werden.

 

Was könnte eine Teilnahme an der Studie für Sie interessant machen?

Hatten Sie bereits einen Herzinfarkt? Dann können Sie während der Studie zusätzlich zur medizinischen Standardbehandlung über mehrmalige Erhebungen regelmäßig Aufschluss über verschiedene gesundheitsrelevante Größen, wie z. B. den Verlauf verschiedener HRV-Kennwerte, der Herzrate, des Blutdrucks und der Stressbelastung, erhalten. Wir erkundigen uns außerdem wöchentlich telefonisch nach Ihrem Befinden sowie Ihrer Medikamenteneinnahme. Nach einem festgelegten Plan erhalten Sie über 12 Wochen ein begleitetes HRV-Biofeedback-Training. Bei Interesse haben wir ausführliche Informationen für Sie zusammengestellt und beraten Sie gerne: 0911 / 32 38 44 0.

2 Kommentare
  1. Marianne Pott
    Marianne Pott says:

    Es würde mich sehr interessieren, welche Übungen/Verhaltensweisen angeraten sind, wenn man einen Herzinfarkt erlitten hat. welche Verhaltensweisen sind angeraten? Welche Stress-Situationen sind zu vermeiden?

    Antworten
    • Anja Limmer
      Anja Limmer says:

      Sehr geehrte Frau Pott,

      vielen Dank für Ihr Interesse! Eine ausführliche Erläuterung der Studie erhalten Sie in unseren Info-Veranstaltungen. Dort können wir auch auf individuelle Fragen eingehen. Aktuelle Termine und Anmeldemöglichkeit erhalten Sie unter 0911 3238440.

      Mit herzlichen Grüßen
      Anja Limmer

      Antworten

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