Herzinfarktvorsorge – unnötige invasive Tests vermeiden

Eine Ende August vorgestellte Studie bestätigt den Nutzen von CT-gesteuerten Koronarangiografien: Bei Patienten, die nach der herkömmlichen Vorgehensweise auf dem Kathedertisch landen, zeigen sich in zwei von drei Fällen keine obstruktiven Stenosen. Dieser Erkenntnis stellt die sog. CONVERSE-Studie eine vorgeschaltete computertomografische Untersuchung des Herzens gegenüber. Diese CT lässt Gefäßverengungen mit einer Sensitivität von 95 bis 99 % erkennen. Auch wenn sich dadurch die Prognose der KHK-Patienten nicht verbessert, konnte aber die Zahl der invasiven Koronarangiografien um beachtliche 78% verringert werden. Vielen Patienten blieb in der Folge eine unnötige Kathederuntersuchung erspart. Damit gehen auch immense Einsparungen bei den Kosten einher: In der Studie konnten die Kosten halbiert werden, was im Hinblick auf die recht hohe Zahl an Koronarangiografien in Deutschland auch hierzulande großes Potenzial birgt.

Ob sich das Vorgehen künftig auch in den Leitlinien etablieren kann und dort die Belastungsbildgebung als Eingangsuntersuchung vor invasiven Angiografien ersetzt, wird derzeit noch diskutiert. Die CT-Angiografie ist trotz aller Vorteile mit einer Strahlenbelastung für den Patienten verbunden. Dank der enormen technischen Weiterentwicklung der Computertomografen ist diese bei neueren Geräten mit der natürlichen jährlichen Strahlenbelastung vergleichbar und beträgt nur noch zwischen 1 und 3 mSv, in Einzelfällen sogar weniger.

Die neue Studie unterstreicht damit die Relevanz unserer Vorsorgeinitiative „Kampf dem Herzinfarkt“. Die Verhinderung von Herz- und Kreislauferkrankungen ist oberstes Ziel dieser von Dr. Martin Laser gegründeten Intitiative. Die Computertomographie erkennt auch minimalste Verkalkungen der Herzkranzgefäße, so genannte atherosklerotische Plaques. Diese bedeuten nicht unbedingt eine Verengung der Herzkranzgefäße. Aber: Plaques können plötzlich aufreißen und zu einem kompletten Gefäßverschluss führen, was in den meisten Fällen die Ursache für einen Herzinfarkt ist. Die Messergebnisse werden ausgewertet (Kalkscore) und im Anschluss mit Alter, Geschlecht und weiteren Risikofaktoren des Patienten verknüpft. So kann eine ganz individuelle Risikoeinschätzung getroffen werden. Darauf baut eine exakt auf dieses Profil abgestimmte Therapie auf.

Da die meisten Herzinfarkte ohne Vorwarnung auftreten, ist die CT-Untersuchung beim Vorliegen von Risikofaktoren oder Hinweisen auf eine Arterienverkalkung (z. B. der Karotis) bereits ab ca. 40 Jahren sinnvoll. Außerdem kann sie gut in Programme zur betrieblichen Gesundheitsvorsorge integriert werden. Sprechen Sie uns an!

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